Kann Wut überhaupt „wunderbar“ sein? Das hängt ganz davon ab, wie wir mit ihr umgehen. Wut ist eine kraftvolle Energie. Negativ eingesetzt, wirkt sie vernichtend und zerstörend. Positiv eingesetzt, kann sie verborgene Kräfte freisetzen und uns zu ungeahnten Höchstleistungen antreiben. Wut kann also durchaus wunderbar sein, wenn wir die Kunst lernen, sie zu transformieren.

Wir kennen es alle: das Gefühl der aufsteigenden Hitze, das innerliche Brodeln. Den fast nicht auszuhaltenden Druck. Wir sind sprichwörtlich am Kochen. In der überwiegenden Anzahl der Fälle folgt der Ausbruch. Wir speien und sprühen unsere Wut in die Welt hinaus. Hinterlassen verbrannte Erde. Aber es gibt nicht nur die Wut-Explosion. Manche von uns verinnerlichen ihre Wut. Zeigen sich äußerlich gelassen. Bis der Druck zu groß wird. Sie implodieren. Beides ist fatal und richtet – bei Regelmäßigkeit – nicht wiedergutzumachenden Schaden an.

Die Meister unter uns sind über den Wut-Zustand bereits hinausgewachsen. Sie sind eins mit sich und der Umwelt. Begreifen die Welt als ein großes Ganzes. Für alle Anderen von uns gilt der Zwischenschritt: Wir können lernen, mit unserer Wut umzugehen. Was beim Herd das schnelle Herunterregulieren der Temperatur ist, sind bei uns drei tiefe Atemzüge. Drei Atemzüge, die uns helfen, zur Besinnung zu kommen. Die Wut-Kette zu unterbrechen. Uns Optionen zum Handeln eröffnen. Die effektivsten: sich Raum nehmen und in die Wut „rein-fühlen“. Sich auf das Gefühl einlassen. Mit dem Herzen und nicht mit dem Verstand. Es kann nichts passieren. Es ist NUR ein Gefühl. Zweite Möglichkeit: die Wut bewusst zu bündeln und sie später abzurufen. Rennt, strampelt, gestaltet oder malt Euch Eure Wut von der Seele.

Es sind wütende Zeiten. Wir spüren es alle. Aber wir können helfen, friedvoller mit uns und unseren Mitmenschen umzugehen. Frieden ist manchmal nur drei Atemzüge von uns entfernt.

Let´s Treat us Well. Sei Gut zu Dir.